Building Information Modeling - BIM
Der Begriff Building Information Modeling (BIM) bezeichnet nach VDI 2552 „eine kooperative Arbeitsmethodik, mit der auf der Grundlage digitaler Modelle eines Bauwerks die für seinen Lebenszyklus relevanten Informationen und Daten konsistent erfasst, verwaltet und in einer transparenten Kommunikation zwischen den Beteiligten ausgetauscht oder für die weitere Bearbeitung übergeben werden.“
BIM ist eine digitale Methode auf Basis von Bauwerksmodellen. Das digitale Abbild des Bauwerks dient als Informationsquelle und Datendrehscheibe für die Zusammenarbeit der Projektbeteiligten. Im Zentrum steht die digitale Erfassung und Vernetzung aller relevanten Daten zur Abbildung der physikalischen, funktionalen sowie kosten- und zeitbezogenen Eigenschaften eines Bauwerks.
Durch den Einsatz der BIM-Methode zur Digitalisierung der Bauprozesse in der Bayerischen Staatsbauverwaltung wird eine transparente und partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Projektbeteiligten erreicht. Zudem kann eine genauere Erfassung von Mengen, Bausimulationen sowie Visualisierungen erfolgen. Daraus folgt eine verbesserte Steuerung der Termine, Kosten und Qualität, unter gleichzeitiger Berücksichtigung der Ressourcenplanung.
Verwendung einer CDE
Was ist eine CDE?
Eine CDE (Common Data Environment) ist eine cloudbasierte Plattform für die effiziente Zusammenarbeit aller fachlich am Projekt Beteiligten. Die Plattform dient dem Informationsaustausch und der Koordination der Beteiligten und ist unabdingbar zur Implementierung und mehrwertbringenden Anwendung der BIM-Methodik. Außerdem kann eine CDE auch in konventionell geplanten Projekten eingesetzt werden.
Wozu wird eine CDE benötigt?
Das Common Data Environment fungiert als Single Source of Truth (SSoT), also als einzig gültige Datenbasis für alle Projektbeteiligten. Nur der jeweils aktuelle Planungsstand gilt dabei als maßgeblich für jedes weitere Vorgehen. Damit erfolgt die Kollaboration, die Informationen zu Kosten, Terminen und Qualitäten sowie deren Fortschreibung und Dokumentation ausschließlich auf Basis des BIM-Modells. Dieser Ansatz schließt auch „klassische“ Dokumente nicht aus, die über eine Referenzierung am Modell mit diesem verknüpft werden können.
Nutzer der CDE sind nur die direkten Projektbeteiligten. Stakeholder im weiteren Sinne, wie die Öffentlichkeit oder Politik, haben i.d.R. keinen Zugriff auf die Projektplattform. Die CDE soll den Informationsaustausch und die Koordination zwischen allen Projektbeteiligten und eine transparente Kommunikation mit klar strukturierten qualitätsgesicherten Abläufen ermöglichen.
Bereitstellung von BIM-Leitfäden
Die BIM-Strategie für den staatlichen Hoch- und Straßenbau werden in BIM-Leitfäden dargestellt und für die praktische Umsetzung erläutert und soll die Implementierung der BIM Methode in der Staatsbauverwaltung nachhaltig vorantreiben.
Der Weg zum Vertrag – von AIA bis BAP
Bei BIM-Projekten ist es essenziell, zusätzlich zur konventionellen Planung für das Bauprojekt, die Ziele festzulegen, die durch den Einsatz der BIM-Methode erreicht werden sollen. Aus den BIM-Zielen leiten sich projektspezifisch die AWF ab, die im Projekt umgesetzt werden sollen.
AIA - Auftraggeber-Informationsanforderungen
Bei der Ausschreibung einer BIM-Leistung müssen auftraggeberseitig zunächst konkrete Anforderungen im Hinblick auf Zusammenarbeit, Qualität und informationstechnische Kompatibilität definiert und schriftlich festgehalten werden. Sämtliche zu erwartende Anforderungen an die digitalen Liefergegenstände sollen in Abstimmungsprozessen definiert werden. Auch Anforderungen zu LOIN werden hier festgeschrieben. Dieser auftraggeberseitige Anforderungskatalog sind die AIA. Je präziser die AIA abgestimmt und formuliert sind, desto genauer können im Nachgang auch die einzelnen Leistungsbilder für die jeweiligen Rollen im Projekt definiert werden. Die AIA sind Vertragsbestandteil und damit fest in die Vertragsunterlagen einzubinden
BAP - BIM-Abwicklungsplan
Die projektspezifische Umsetzung der AIA wird auftragnehmerseitig in Form eines BIM-Pflichtenheftes vorgenommen. Dieses wird BIM-Abwicklungsplan (BAP) genannt und kann als „Projekthandbuch“ für den BIM-Anteil des Projekts fungieren (es gibt in der Regel auch ein Projekthandbuch für das Projekt). Er wird laufend fortgeschrieben, versioniert und formuliert die konkrete Umsetzung der auftraggeberseitigen Vorgaben im Projekt als Handlungsleitfaden für den AN.
BIM-Anwendungsfälle
BIM-Anwendungsfälle beschreiben die zu erbringende Leistung, zur Erreichung der im Projekt vordefinierten Ziele, unter Berücksichtigung der projektspezifischen Randbedingungen, der Anforderungen an Daten und Modelle sowie der zur Umsetzung erforderlichen Prozesse.
Mittlerweile wurde seitens BIM Deutschland eine über alle Bereiche (Hoch- und Infrastrukturbau) harmonisierte der Liste von Anwendungsfällen erarbeitet.
Standardbeschreibung für die 14 Anwendungsfälle der Phase II des Masterplan BIM-Bundesfernstraßen
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Datenaustausch Vorlagedateien
Um den Datenaustausch mit externen Büros, die nicht mit dem CAD-System AutoCAD arbeiten, zu erleichtern, werden Datenaustauschvorlagen folgender Softwarehersteller bereitgestellt.
Vorlagedateien für AutoCAD (DWTs)
Vorlagedateien für Revit (rte)
| 2026 Arch Adk Zbim |
Übersetzerdateien für Archicad
| Übersetzer Archicad 20 Und Hoeher |
Musterprojekt Allplan
https://connect.allplan.com/de/content/vorlageprojekte.html?apug=cfcd2084
